Markdorfer Bürgerinnen und Bürger haben sich zu einer überparteilichen Bürgerinitiative zusammengeschlossen.

"Wir wollen, dass das Bischofsschloss für

einen Hotelbetrieb oder ähnliche Nutzung

erhalten bleibt und kein Rathaus daraus wird"

Die Kostenberechnung liegt auf dem Tisch: 18.4 Mio.€ statt 11,8 Mio.€ (die Schätzung in 2015).

Zuzüglich des Kaufpreises von 3,85 Mio.€ und 10% Risikoaufschlag macht das 24 Mio.€!

Zum Vergleich:

In Salem (11700 Einwohner) erschließt man für 25 Mio.€ ein komplettes Ortszentrum "Neue Mitte" inklusive Rathaus, Tiefgarage, Bürgerpark und Marktplatz.

In Leonberg (48000 Einwohner) wurde letztes Jahr ein modernes neues Rathaus mit einer Bruttogeschossfläche von 9900 m² und 5500 m² Nutzfläche zum Festpreis von 25 Mio.€ fertiggestellt.

Wir werden gelegentlich als “NEIN“ Sager kritisiert, die keine Alternativen zur Nutzung des Bischofsschlosses vorweisen können!
Um es klar und deutlich zu sagen, wir haben Vorschläge gemacht, aber wir sehen es nicht als unsere Aufgabe an, diese Vorschläge auszuarbeiten, dazu haben wir weder die Expertise noch die dafür notwendigen (Steuer-)Mittel.

Von Seiten der Stadt haben wir nicht einen einzigen Vorschlag zur alternativen Nutzung des Schlossensembles gesehen!

Wir können auch nicht für andere Versäumnisse der Verwaltung und des Gemeinderats verantwortlich gemacht werden. Es rächt sich jetzt, dass seit drei Jahren eingleisig in Richtung “Rathaus im Bischofsschloss“ gefahren wurde und die Pläne für den Umbau und die Erweiterung des Rathauses am alten Platz im Orkus des Vergessens entschwunden sind. Hätte man zum jetzigen Zeitpunkt realisierbare Pläne für die Rathaussanierung vorliegen, könnte man zwischen Alternativen wählen und wir müssten uns nicht auf ein schlichtes “JA“ oder “NEIN“ zum Umzugsprojekt beschränken.




Im Oktober 2015 wurde im Rahmen einer Bürgerinformationsveranstaltung zum Thema Sanierung und Erweiterung des Markdorfer Rathausareals erklärt, dass die vorgelegten Entwürfe der Architekturbüros nicht zur vollen Zufriedenheit der Jury ausgefallen waren.

Zur Überraschung des Publikums wurde noch in derselben Veranstaltung eine Option aus dem Hut gezaubert, nach der ein Umzug des Rathauses in das Bischofsschloss untersucht würde.

Nur zwei Monate später beschloss der Gemeinderat, in die Verhandlungen über den Kauf des Bischofsschlosses einzutreten, mit dem Ziel, die Verwaltung dorthin umziehen zu lassen.

Seitdem haben zahlreiche Gespräche und Diskussionen mit Bürgerinnen und Bürgern sowie die im Herbst 2017 abgeschlossene Online Petition mit ihren mehr als 600 Stimmen gezeigt, dass viele Menschen für den Erhalt eines Hotels im Bischofsschloss sind und einen Umzug des Rathauses in dieses Gebäude grundsätzlich ablehnen.

Bisher gab es keine echte Beteiligung der Bürgerschaft !

Unser Ziel ist daher, dafür zu sorgen, dass Markdorfer Bürgerinnen und Bürger sich über einen Bürgerentscheid an dieser Entscheidung beteiligen können.

Eine Bürgerbeteiligung ist auch bei aktuellem Sachstand noch möglich!

In der Gemeinderatssitzung am 13. Juni 2018 wurde die Entwurfsplanung inkl. Kostenberechnung für den Umbau des Bischofsschlosses zum Rathaus präsentiert. Die Kosten für den Umbau des Bischofsschlosses inkl. Erstausstattung für das Rathaus belaufen sich auf 18.4 Mio.€.

Die Reaktion im Gemeinderat war kontrovers. Während CDU Fraktion und Umweltgruppe am Projekt festhalten wollen, offenbar nach dem Motto "koste es was es wolle", will man in den FW und SPD Fraktionen neu diskutieren und gegebenfalls einen Bürgerentscheid beantragen. Ein möglicher Baubeschluss wird vermutlich erst in der Gemeinderatssitzung am 24.7. auf der Tagesordnung stehen.

Vor dem Baubeschluss will die Verwaltung den Bürgern Gelegenheit geben, sich selbst ein Bild vom aktuellen Zustand des Bischofsschlosses zu machen.

Die zu diesem Zweck vorgesehenen Führungen sollen als Bürgerbeteiligung ausreichen.

Hier müssen wir energisch widersprechen !

Bürger­beteili­gung bedeutet für uns, dass das Vorhaben fair und ergebnisoffen diskutiert wird, und anschließend eine Abstim­mung durchgeführt wird. Sollten Bürger­meister und Gemeinderat nicht von sich aus einen Bürgerentscheid durchführen wollen, werden wir zeitnah zum möglichen Baubeschluss ein Bürger­begehren einleiten, um einen solchen Bürgerentscheid einzufordern. An diesem Bürger­begehren müssen sich 7% der Wahlberechtigten d.h. etwa 800 Markdorfer Bürger per Unterschrift beteiligen. Der Gemeinderat muss bei positivem Ausgang des Bürgerbegehrens die Durchführung eines Bürgerentscheides be­schließen, dessen Ergebnis dann für den Gemeinderat bindend ist.

Bei genügend hoher Bürgerbeteiligung hat ein Bürgerentscheid reelle Chancen auf Erfolg, wie z.B. in Konstanz 2010, wo der Bau eines Kongress- und Konzerthauses mit einem Volumen von 50 Mio € im sensiblen Areal von 'Klein Venedig' durch einen Bürgerentscheid verhindert werden konnte.

 

Für uns ist der Bürgerentscheid ein Mittel der Direkten Demokratie.

Markdorf gewinnt durch die Bürgerbeteiligung und breiter politischer Diskussion in der Bürgerschaft und erreicht damit mehr Selbstbestimmung der Bürger.

Möge die demokratische Mehrheit mit uns sein.