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Kalendersprüche

In ihrer Rede zum Neujahrsempfang zitiert die Vorsitzende der CDU Fraktion im Gemeinderat, Susanne Sträßle, den französischen Schriftsteller Gustave Flaubert: „Übermaß von Kritik zeugt von Unverständnis".

 

Wir haben sehr wohl verstanden, um was es hier geht. Wir haben auch nichts dagegen, dass die Stadt Markdorf Verantwortung für das Bischofsschloss übernehmen will, aber Verantwortung muss man nicht gleich als Beschlagnahme verstehen. Unsere Sichtweise erstreckt sich über den Tellerrand der Umzugsbefürworter hinaus. Die zitierten „Beratungen. Machbarkeitsstudien, Diskussionen und Abwägungen“ haben sich jedenfalls nur am Rande mit einer alternativen Nutzung des Bischofsschloss Ensembles beschäftigt.

 

Die Rede im Wortlaut (Quelle: Amtsblatt der Stadt Markdorf):

Man könnte meinen, in Markdorf schlagen die Wogen hoch. Man könnte sich fragen, ob die Zeitungen ohne das Thema Bischofsschloss in den letzten Wochen/Monaten gar leer geblieben wären? Man könnte vermuten, dass die Kritiker in der Mehrzahl wären. Durch Zufall bin ich beim Aufräumen auf einen neuen Kalender gestoßen. Beim Suchen des aktuellen Datums bin ich über einen Kalenderspruch gestolpert. Dort steht für den 9. Februar 2018 folgendes Zitat des französischen Schriftstellers Gustave Flaubert: „Übermaß von Kritik zeugt von Unverständnis". Verstehen Sie das bitte nicht falsch. Grundsätzlich ist Kritik etwas überaus Positives. Wer kritisiert, der hat sich in der Regel Gedanken gemacht, sich mit einem Thema auseinandergesetzt und beschäftigt. Ist die Kritik allerdings überzogen, gibt es zwei Möglichkeiten: Zum einen, man will jemanden mit allen Mitteln von etwas abbringen. Zum anderen, etwas wurde einfach nicht richtig verstanden. Wie meine Kollegin und meine Kollegen schon erwähnt haben, freuen wir uns sehr über den Gedankenaustausch mit Ihnen, den Bürgern von Markdorf. Wir geben gerne zu, dass wir Gemeinderäte bei den meisten Themen einen Informationsvorsprung haben. Vor einem Beschluss, z.B. dem der Rathausnutzung im Bischofschloss, liegen etliche Beratungen, Gutachten, Diskussionen und Abwägungen. Nach all diesen Beratungen. Machbarkeitsstudien, Diskussionen und Abwägungen hat der Gemeinderat mit großer Mehrheit - nämlich mit fast 80% - dem Kauf des Bischofsschlosses zur Nutzung als Rathaus zugestimmt.

 

Die CDU ist davon überzeugt, dass die Stadt Markdorf für das fürstbischöfliche und stadtbildprägende Gebäudeensemble Verantwortung übernehmen muss. Der eingeschlagene Weg wird natürlich eine Herausforderung sein. Er wird auch nicht immer leicht sein. Zudem ist er mit Veränderungen verbunden, die man vermeintlich lieber vermeiden würde. Ich möchte mit einem weiteren Zitat aus meinem Kalender schließen: „Inmitten der Schwierigkeit liegt die Möglichkeit", sagte Albert Einstein. Lassen Sie uns die Chancen gemeinsam nutzen - mit Besonnenheit, Mut und Zuversicht.

 

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