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Viertelseitige Wahrheiten

Im aktuellen Amtsblatt nutzt die Fraktion der Umweltgruppe die ihr monatlich zustehende  Viertelseite um erneut den Rathausumzug ins Bischofsschloss als alternativlos* zu bewerben. Der nostalgisch verklärte Blick auf eine moderne Verwaltung im Bischofsschloss beeinflusst offensichtlich auch die Einschätzung großer Zahlen. Da werden schnell die 14,5 M€ für einen Rathausneubau am alten Platz als "fast gleich hoch" bewertet wie die insgesamt 22,2 M€ für Kauf und Umbau des Bischofsschlosses. Unerwähnt bleibt, dass die zitierten Fördermittel genauso gut für den Neubau am alten Platz und eine Grundsanierung des Schlossensembles verwendet werden können. Man betont die neue Zugänglichkeit des Schlossareals für die Öffentlichkeit, wir können uns nicht daran erinnern, dass dort jemals ein Sperrbezirk war.

 

Gerade von der Umweltgruppe hätten wir erwartet, dass die Verödung der Altstadt und die Belastungen durch Abrissarbeiten und Baumaßnahmen thematisiert und ein Wort an die unmittelbar betroffenen Anlieger sowie die Anwohner der Ulrichstraße gerichtet wird. Für solche Themen war auf der Viertelseite offensichtlich nicht genügend Platz.

 

Stattdessen wird wieder ein Hotel auf dem Rathausareal ins Spiel gebracht. Abgesehen davon, dass ein Platztausch von Rathaus und Hotel für die Größe unserer Stadt ökonomischer Unfug ist, gibt es nach unserer Kenntnis für ein solches Projekt derzeit weder Pläne noch potenzielle Investoren. Warum baut man das Rathaus 4.0 nicht am alten Platz und richtet das Bischofsschloss wieder für einen Hotelbetrieb her? Das käme für alle Seiten sehr viel günstiger. Die Außenwirkung eines Hotels im Bischofsschloss ist ungleich höher als die eines Rathauses im feudalen Gemäuer, wofür wir in den Nachbargemeinden eher belächelt als beneidet werden.

 

Ein Alleinstellungsmerkmal muss her, so die Forderung von Markdorf Marketing, ein neues Hotel im Bischofsschloss wäre eins. Lassen wir es nicht zu, dass dieser Elfer leichtfertig verschossen wird!

 

* alternativlos ist im politischen Sprachgebrauch oft gleichzusetzen mit ideenlos.

 

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Erik Dahnke (Dienstag, 10 Juli 2018 11:38)

    Überraschend kam nichts! Es war ein Deal zwischen Weber und Riedmann.
    UWG als Rechenkünstler. 14,5 genauso viel wie 22,5 Mio. € ?
    Nach Aussage der UWG müssten über die Hälfte aller Hotels im Bodenseekreis Insolvenz anmelden.
    Will uns die Umweldgruppe für blöd verkaufen?