• dass nach einem positiven Ausgang des Bürgerentscheids kein Stillstand eintreten muss? Anderslautende Interpretationen des §21 der Gemeindeordnung Baden-Württemberg gehören in den Bereich der Fantasie. Nachdem der Baubeschluss zum Umbau des Bischofschlosses aufgehoben ist, kann zügig mit den Planungen für den Um- und Erweiterungsbau des Rathauses am angestammten Platz begonnen und ein alternatives Nutzungsmodell für das Bischofschloss erarbeitet werden.
  • dass das sogenannte Filetstück Rathausareal 4500 qm groß ist? Bei einem Rathausneubau am alten Platz wird nur etwa die Hälfte davon benötigt, die östliche Hälfte des Grundstücks (Weinsteig 2 und 4) steht für eine andere, private oder öffentliche, Nutzung zur Verfügung.
  • dass die Tiefgarage unter einem erweiterten Rathaus (wie auch bei einer anderen Bebauung) nahezu obligatorisch ist? Ansonsten würde der Höhenunterschied zwischen den beiden Gebäudeteilen zu groß werden. Allerdings dürfen die Kosten dafür nicht zum Vergleich mit den Schlossumbaukosten herangezogen werden, da durch die Tiefgarage ein Mehrwert für die Stadt entsteht.
  • dass für das geplante 4-Sterne Hotel auf dem Rathausareal in der Potenzialanalyse Kosten von 16,5 Millionen € (ohne Grundstück und Tiefgarage) geschätzt wurden? Das Gebäude soll sich über das gesamte Filetstück erstrecken und eine Bruttogrundfläche (BGF) Vereinfacht gesprochen die Summe der Grundflächen aller Grundrissebenen (Geschosse) eines Gebäudes.von 6800 qm haben. Zuletzt sind Zahlen (angeblich aus der Verwaltung) aufgetaucht, wonach der Rathaus Um- und Erweiterungsbau (ohne Tiefgarage) am alten Platz bei einer optimistischen BGF von 4500 qm aktuell auf ebenfalls 16,5 Millionen € geschätzt wird. Wir fragen uns, wie es sein kann, dass zwei unterschiedlich große Gebäude am selben Standort gleich viel kosten sollen, zumal nach den Erkenntnissen der Bauwirtschaft für 4-Sterne Hotels höhere Kosten (pro qm BGF) anzusetzen sind als für Verwaltungsgebäude? Irgendjemand hat da falsch gerechnet!
  • dass es für das Projekt "Rathaus im Bischofsschloss" bisher weder eine Abriss- noch Baugenehmigung gibt. Laut dem vorliegenden Projekt-Zeitplan wird derzeit an den entsprechenden Anträgen gearbeitet. Mit den Genehmigungen des Landratsamts und ggf. des Regierungspräsidiums wir ab Februar 2019 gerechnet. Auch das Thema Denkmalschutz und Schlossscheuer wird in diesem Genehmigungsverfahren final geklärt werden.
  • dass man in Salems Neuer Mitte neben dem Rathaus gern ein Hotel mit ca. 80 Zimmern gesehen hätte? Die Activ Group GmbH aus Schemmerhofen, an die das Grundstück veräußert wurde, hat trotz aller Bemühungen und 25 intensiven Kontakten zu potenziellen Hotelbetreibern niemand dafür gewinnen können. Stattdessen soll jetzt eine Drogeriemarktkette das Gelände nutzen.
  • dass in Ravensburg derzeit das ehemalige Luxushotel „Kaiserhof“ aus der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts wiederbelebt wird? Offensichtlich lohnt sich dort die Investition in ein 4-Sterne Hotel mit ca. 50 Zimmern, weil es eben Flair und Stil hat.
  • dass unser Bürgermeister gern das historische Rathaus in Ravensburg als Vorbild anführt? Er unterschlägt aber dabei, dass sich neben dem Büro des Oberbürgermeisters im wesentlichen nur der Ratssaal, Bürgeramt und Standesamt in diesem Gebäude befinden. Der weitaus größte Teil der Verwaltung ist in zwei neuen, modernen Verwaltungsgebäuden außerhalb der Altstadt untergebracht. In Markdorf will man’s genau umgekehrt machen, Ratssaal und Bürgerservice kommen in den Neubau der Schlossscheuer und die Verwaltung schottet sich hinter historischen Mauern ab.

  • dass Fördergelder auch Steuergelder sind? Sie kommen zwar aus anderen Kassen, aber letztendlich immer von uns Steuerzahlern. Da mittel- und langfristig bei staatlichen Zuwendungen ein Ausgleich unter den Zuwendungsempfängern erfolgen muss, werden zwangsläufig Markdorfer Steuergelder in den Zuwendungen für unsere städtischen Projekte enthalten sein.
  • dass nicht nur öffentliche Stellen Zuwendungen für Denkmalförderung erhalten können, sondern jeder Eigentümer oder Besitzer eines Kulturdenkmals, mehr dazu hier.